Herstellung Grappa
Grappa ist ein Tresterbrand aus Italien. In fast allen Regionen, in denen Wein hergestellt wird, wird auch Grappa gebrannt. Die bekannten und grossen Erzeuger findet man jedoch vorwiegend im Norden Italiens. Ursprünglich als Form der „Resteverwertung“, hat sich die Grappa-Herstellung als eigener, lukrativer Produktionszweig etabliert.
Die Zahl der auf dem Markt angebotenen Grappe ist riesig. Die gesetzlichen Festlegungen sind jedoch simpel. Ein Grappa muss aus der direkten Destillation des Tresters entstanden sein, einen Mindestalkoholgehalt von 37.5% aufweisen und eine Mindestlagerzeit von 6 Monaten hinter sich haben. Genaue Vorschriften gibt es auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Tresters und der Art der Destillation. Verwendete man früher traditionelle Brennblasen, bei denen der Trester beim Destillieren sehr leicht anbrennen konnte, sind heute doppelwandige Brennkessel erlaubt, bei denen es den Brennvorgang im Wasserbad ermöglicht. Ein „Anhocken“ des Tresters ist damit ausgeschlossen.
Im Gegensatz zu früher werden heute sehr oft sortenreine Tresterbrände erzeugt. Diese Grappe spiegeln die Aroma- und Charaktereigenschaften der Rebsorte, aus der sie gemacht wurden, aufs Feinste wider. Nach der Destillation folgt die gesetzlich vorgeschriebene Reifezeit. Hierfür werden mittlerweile verschiedene Holztypen und Lagerzeiten verwendet, wobei der Experimentierfreudigkeit der Produzenten keinerlei Grenzen gesetzt sind.
