Der Charmeur aus dem Süden Portugals

        In dieser Rubrik stellt die Online-Redaktion jeden Dienstag ihren aktuellen Lieblingswein vor. Diese Woche hat uns ein fruchtig-geschmeidiger Rotwein aus dem Anbaugebiet Alentejo ganz besonders fasziniert. Dieser Wein aus dem Süden Portugals ist ein echter Geheimtipp, der uns mit seiner üppigen Aromatik, seiner feinen Extraktsüsse und seinem harmonischen Mundgefühl total überzeugt hat. Ein Rotwein, der hervorragend in den Sommer passt und auch leicht gekühlt wirklich exzellent schmeckt!

        Das Weingut

        Das Weingut FitaPreta ist ein leidenschaftliches Gemeinschaftsprojekt – entstanden aus Liebe zum Wein und zur noch relativ unbekannten Weinbauregion Alentejo im Süden Portugals. Gegründet wurde es von dem Winzer António Maçanita, der zu den besten Önologen Portugals zählt, und dem englischen Weinbauberater David Booth. Beiden geht es darum, die einmalige Typologie des Alentejo unverfälscht zum Ausdruck zu bringen und auf das grosse Potenzial der Region für internationale Spitzenweine aufmerksam zu machen. 

        Alle Trauben von FitaPreta werden von Hand gepflückt und nach der Ernte nochmal sorgfältig sortiert, damit auch wirklich nur reife und gesunde Trauben verarbeitet werden. Im Weinkeller wird dann so viel wie möglich mit Schwerkraft gearbeitet, damit erst bei der Pressung alle Elemente aus den Früchten herausgelöst werden, die positiv zum Geschmack des Weins beitragen.  Ausserdem wird so auch die Extrahierung der bitteren Komponenten aus den Trauben oder den Kernen verhindert. Die Gärung erfolgt als natürliche Fermentation, spontan und mit einheimischen Wildhefen – das ist zwar riskanter als die Arbeit mit Reinzuchthefen, aber als Belohnung entstehen Weine mit grösserer aromatischer Komplexität. Bei der Auswahl der Fässer achten António und David sehr darauf, dass die Intensität des Holzes niemals die Fruchtigkeit des Weines überdeckt, sondern das Bouquet nur mit einer zarten Toastnote ergänzt und dem Wein eine reichhaltigere und komplexere Struktur verleiht.

        Das Anbaugebiet

        Die besten Weinberge der Region Alentejo liegen auf steinigen Hügeln mit hohem Granit- und Schieferanteil. Das karge Gestein begrenzt einerseits die Vitalität der Reben, während es andererseits ausreichend Wasser und Mineralien zur Verfügung stellt, um das Wachstum zu unterstützen. Diese besonderen Böden bieten in Verbindung mit dem warmen und trockenen Klima sowie der erfrischenden Brise vom atlantischen Ozean, die für etwas Abkühlung sorgt und die sommerlichen Temperaturen mildert, ein geradezu prädestiniertes Weinbau-Terroir.  Zudem garantiert der Wechsel zwischen heissen Tagen und kühlen Nächten frische und knackige Früchte, während 3000 Sonnenstunden jährlich für perfekt ausgereifte Trauben, respektive für Weine mit viel Druck, verschwenderischer Frucht und üppiger Fülle sorgen. 

        Gelegentlich wird die Region Alentejo auch das “Kalifornien Portugals” genannt, denn das sonnig-warme Klima und auch der Weinstil ähnelt dem der amerikanischen Westküste: Vollmundig, fruchtbetont und äusserst zugänglich sind diese Weine, die bereits in der Jugend beeindruckende Präsenz zeigen und einfach Spass machen. Wer das Anbaugebiet Alentejo noch nicht kennt, sollte sich mit dem Monte Fernao am besten gleich auf Entdeckungstour begeben, denn dieser vollmundige Charmeur ist aus der Genuss-Preis-Perspektive nahezu unschlagbar!   

        Der Wein

        Der Monte Fernao ist eine exklusive Fass-Selektion von FitaPreta, die es nur bei Mövenpick Wein gibt – eine absoluter Parade-Alentejo aus 47 Prozent Alicante, 40 Prozent Aragonez (Tempranillo) und 13 Prozent Touriga Nacional, der nach 8 Monaten im Barrique seine ganze Pracht offenbart.

        Schon das Auge wird verwöhnt, tiefdunklel, in fast undurchdringlichem Purpurrot funkelt der Monte Fernao einladend aus dem Glas. Der Nase präsentiert sich ein grosszügiges Bouquet mit eindringlicher Frucht von reifen Brombeeren und Cassis, dazu florale Noten von Veilchen, alles untermalt von der üppigen Würze des südlichen Portugals. Füllig und verspielt zeigt sich der Monte Fernao dann am Gaumen, mit rundum köstlicher und offener Fruchtaromatik – eine attraktive Melange dunkler Beerenfrüchte, zarter Röstaromen, pfeffriger Noten und feiner Zartbitterschokolade. Im geschmeidigen Abgang beweist der Monte Fernao beeindruckende Komplexität und Vielschichtigkeit, charmant abgerundete Gerbstoffe, herrlichen Schmelz und viel mediterrane Sinnlichkeit. 

        Als Essensbegleiter passt der Monte Fernao toll zu gegrilltem Thunfisch, Surf and Turf, Spanferkel und Pollo. Ebenso hervorragend harmoniert er mit herzhaften Eintöpfen, luftgetrocknetem Rohschinken oder gegrilltem Gemüse. Auch zu Fleisch vom Grill, ja generell zur Grillparty ist dieser Schmeichler eine absolute Bank, da er mit seiner geschmeidigen Art grossen Genuss bereitet und so herrlich unkompliziert zu trinken ist. Aufgrund seiner samtigen Tanninstruktur kann der Monte Fernao im Sommer auch hervorragend leicht gekühlt getrunken werden – 14 bis 16 Grad sind ideal.

        Von Anselm Link

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