Good news für Grüne Veltliner-Fans!

        In dieser Rubrik stellt die Onlineredaktion jeden Dienstag ihren aktuellen Lieblingswein vor. Diese Woche hat uns ein Geheimtipp aus dem noch relativ unbekannten Traisental absolut begeistert. Das traditionsreiche Weingut von Markus Huber ist eine grossartige Neuentdeckung für Liebhaber erstklassiger Grüner Veltliner aus Österreich. Dieser Weisswein aus der Premiumlage "Alte Setzen" passt nicht nur grandios zu Wiener Schnitzel, sondern ist mit seiner Terroir-Mineralik ein charakterstarker Sommerwein für jede Gelegenheit.

        Das Anbaugebiet

        Niederösterreich ist Österreichs grösstes Herkunftsgebiet für Qualitätsweine. Entlang der Donau, von Melk bis Klosterneuburg, und ihren Nebenflüssen Krems, Traisen und Kamp, findet man herrliche Weinorte aufgefädelt wie an einer Perlenkette. 

        Das Traisental ist eines der jüngsten Weinbaugebiete Österreichs – erst seit dem Jahrgang 2006 kommen die typisch fruchtig-würzigen Grünen Veltliner mit Orts- oder Lagenangabe unter der geschützten Herkunftsbezeichnung Traisental DAC auf den Markt. 

        Mit rund 815 Hektar Rebfläche ist das Traisental eines der kleinsten Anbaugebiete des Landes, aber in einer Beziehung ganz gross: Hier führt der Grüne Veltliner das Regiment. In keinem anderen österreichischen Weinbaugebiet hat die Rebsorte Grüner Veltliner einen so hohen Flächenanteil: Mit etwa 60 Prozent belegt das Traisental unangefochten Platz eins. Besonders berühmt sind die langlebigen Reserveweine mit festem Körper aus den grossen Lagen wie Zwirch, Berg, Alte Setzen, Hochschopf, Sonnleiten oder Fuchsenrand. 

        Die Besonderheit der Weine aus dem Traisental liegt in dessen spezifischem Terroir begründet, das überwiegend aus kalkigen Sedimentgesteinen besteht. Diese kargen Böden fordern die Reben dazu heraus, ihre Wurzeln in die Tiefe zu treiben, und verleihen den Weinen ein sehr eigenständiges Profil mit kräftigem Körper und festem mineralischem Rückgrat. Die Mineralik ist hier auch Geschmacksträger, stützt die Säurestruktur und trägt erheblich zur Langlebigkeit der Weine bei. Besondere Klimafaktoren – pannonische Einflüsse aus dem Osten und gleichzeitig Kaltluft aus dem Alpenvorland – sorgen für warme Tage und kühle Nächte und ermöglichen intensive Aromatik sowie würzige Finesse.

        Die Rebsorte

        Die Rebsorte Grüner Veltliner, die gegen Ende des vorigen Jahrhunderts weltweite Bekanntheit und Beliebtheit erlangt hat, ist die mit Abstand wichtigste Weissweinrebsorte Österreichs. Grüner Veltliner ist eine fruchtbare Sorte und bedarf daher einer Regulierung des Ertrags – die Güte der Weinbergslage und die Ertragshöhe sind entscheidend für die spätere Qualität des Weins. 

        Vom leichten säurebetonten Wein bis zum hochreifen Prädikats­wein liefert Grüner Veltliner alle Qualitätsstufen mit gänzlich unterschiedlicher Intensität – vom unkomplizierten Terrassenwein bis zum gehaltvollen Meditationsgewächs. Erwünscht sind stets Weine mit würzig-pfeffrigem Bouquet, intensiven Noten von gelbem Steinobst und geschmeidig fruchtigem Schmelz.

        Die Lage

        Nicht überall, wo Reben gepflanzt sind, wächst die gleiche Qualität heran. Es gibt stets besondere Weinberge, die jedes Jahr aussergewöhnliche Weine hervorbringen, während woanders nur einfach gute Weine entstehen. Einige Parameter, die eine herausragende Weinbergslage ausmachen, sind heute gut bekannt – diese darf man aber nie isoliert betrachten, denn ein karger Boden alleine etwa macht noch lange keinen grossen Wein aus. Wesentlich ist immer das Zusammenspiel aus Bodenstruktur, Niederschlagsmenge, Luftströmungen, Exposition, Höhenlage und natürlich der Temperaturentwicklung im Laufe eines Jahres und insbesondere zwischen Tag und Nacht. 

        Zielsetzung bei der Gründung des Vereins der Österreichischen Traditionsweingüter im Jahr 1992 war es, eben diese besonderen Weinberge im Donauraum herauszuarbeiten: In der „Klassifikation 2010“ wurden solche Spitzenlagen dann durch ein besonderes Prädikat gekennzeichnet. Nur 53 Weingärten dürfen als demnach als „Erste Lage“ etikettiert werden – einer dieser Weinberge mit einzigartigen Qualitäten ist die Lage Alte Setzen im Traisental. 

        Die Erste Lage Alte Setzen befindet sich in einer Höhe von gut 250 Meter über dem Meer und ist ein schwach geneigter, nach Osten ausgerichteter Weinberg, direkt angrenzend an das Weingut von Senkrechtstarter Markus Huber. Schon der Name Alte Setzen verheisst, dass es sich hierbei um eine der ältesten und somit am längsten gepflegten Weinlagen im Ort Reichersdorf handelt. Die 65 Jahre alten Reben wachsen auf Böden aus etwa zwei Meter mächtigem Löss, darunter liegt ein Unterboden aus Geröll von Kalksteinen und Dolomit, die ein Fluss aus den südlich gelegenen Kalkalpen vor etwa 15 Millionen Jahren hier abgelagert hat – dies ist die Basis der mineralischen Textur der Weine. Weiterhin zeichnet sich der Boden durch eine gutes Nährstoffvorkommen sowie eine hohe Wasserspeicherfähigkeit aus, was den hier gedeihenden Grünen Veltlinern ihre besondere Würzigkeit und ihren vollmundigen Geschmack verleiht.  

        Das Weingut

        Trotz seiner jungen Jahre ist Markus Huber schon jetzt einer der Topwinzer des noch relativ jungen Anbaugebietes Traisental. Nach seiner Ausbildung begann Markus Huber im Jahr 2000 das kleine, seit mehr als 250 Jahren im Familienbesitz befindliche Weingut schrittweise zu einem international anerkannten, österreichischen Leitbetrieb auszubauen. Seine Zielsetzung lautet, Weissweine höchster Qualität zu erzeugen, die ihre Herkunft im Geschmack deutlich widerspiegeln und sich durch ihre Eleganz, feine Mineralität sowie Präzision und Vielschichtigkeit auszeichnen. Mit seinen individuellen und charaktervollen Weinen von 50 Hektar biologisch bewirtschafteten Weinbergen möchte er seinen Beitrag dazu leisten, das Traisental mit seinen einzigartigen, kalkreichen Konglomeratböden national und international bekannter zu machen. Die Weine von Markus Huber sind wie die gesamte Region südöstlich der Wachau ein absoluter Geheimtipp für Fans von erstklassigemGrünem Veltliner – das Genuss-Preis-Verhältnis ist hier einmalig gut!   

        Der Wein

        Nach der Selektion der physiologisch bestens ausgereiften Grüner Veltliner-Trauben und 12 Stunden Maischestandzeit wird der Wein abgepresst und bei 19 Grad langsam vergoren; je zur Hälfte in grossen Akazienholzfässern sowie im Stahltank. Die lange Reifung des Grünen Veltliners Alte Setzen in grossen Holzfässern auf der Feinhefe ermöglicht nicht nur die vollendete Ausprägung der intensiv fruchtigen Aromen, sondern sorgt auch für Fülle und Schmelz am Gaumen.

        Im Glas zeigt sich der Grüne Veltliner Alte Setzen brilliantin leuchtendem Gelb mit lindgrünen Reflexen. In der Nase offenbart dieser Vorzeige-Veltliner dann eine betörende dunkelgelb-würzige Aromatik nach reifen Marillen, einem Hauch von Tropenfrucht und hellem Tabak; dahinter entdeckt man noch roten Apfel, Minze und Eisenkraut. Am mittleren Gaumen präsentiert sich der Grüne Veltliner Alte Setzen mit reifem Extrakt, viel Dichte eleganter Rasse und stützender Phenolik. Im gebündelten, lang anhaltenden Finale beeindruckt er mit saftiger gelber Steinobstfrucht, einem fein süsslichen Kern sowie spürbarer Mineralik. Elegant, animierend und komplex – ein grandioser Grüner Veltliner wie aus einem Guss. Ein Weisswein im Spätlese-Style, der heute bereits grossen Spass macht, aber eben auch ein sicheres Entwicklungspotential für die Zukunft besitzt.

        Mit seiner Kraft und seiner Fülle sowie seinem raffinierten Frucht-Säure-Spiel passt dieser Wein wunderbar zu Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat und schmeckt ebenfalls hervorragend zu Herzhaftem wie Backhendl, Tafelspitz, Rahmgerichten, Schinken im Brotteig oder frittiertem Fisch. Darüber hinaus eignet sich der Grüne Veltliner Alte Setzen aufgrund seiner intensiven Fruchtigkeit und seiner zarten Extraktsüsse auch perfekt zu leicht pikanten Gerichten mit exotischen Gewürzen aus der indischen oder asiatischen Küche.

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