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Rioja – die spanische Qualitätsschmiede 

Spanischer Wein und Rioja sind für viele Weinliebhaberinnen und -liebhaber ein Synonym. Das kommt nicht von ungefähr: Rioja gehört zu den bekanntesten und wichtigsten Weinregionen Europas.

Von Susanne Aebi am 14.11.2022

Der Ebro in San Vicente de la Sonsierra
Der Ebro in San Vicente de la Sonsierra

Im Norden Spaniens, an den Ufern des Flusses Ebro, liegt die Rioja, eines der bedeutendsten Weinbaugebiete Europas. Dazu beigetragen haben vor allem strenge Qualitätskontrollen und Zertifizierungen sowie die legendären gereiften Rotweine, die Gran Reservas und Reservas. 


Ein Gran Reserva reift mindestens zwei Jahre im Holzfass und nochmals mindestens drei Jahre in der Flasche, ehe er das Weingut verlässt. Diese reife, oxidative Art begeistert vor allem Weingeniessende, die den klassischen Weinstil mögen. Wer es moderner und beeriger bevorzugt, greift am besten zu einem Reserva, dessen Gesamtreifezeit sich über mindestens drei Jahre erstreckt, oder zu einem während eines Jahres gereiften Crianza.


Die malerische Landschaft, die sich aus den Teilgebieten Rioja Alta, Rioja Alavesa und Rioja Oriental zusammensetzt, erstreckt sich über Teile Navarras und des Baskenlandes. Die gesamte Region profitiert vom Zusammentreffen zweier gegensätzlicher Klimazonen (Atlantik und Mittelmeer) sowie milden Temperaturen. Die Böden der Rioja eignen sich auch deshalb sehr gut für den Qualitätsweinbau, da sie eine ausgewogene Struktur aus Sand, Lehm und Ton aufweisen, leicht alkalisch und nährstoffarm sind und im Sommer in moderaten Mengen über Wasser verfügen.

Badaran in der Rioja Alta
Badaran in der Rioja Alta
Elvillar in der Rioja Alavesa
Elvillar in der Rioja Alavesa
Alfaro in der Rioja Oriental
Alfaro in der Rioja Oriental

Drei Regionen mit eigenen Persönlichkeiten

Rioja Alta ist die höchstgelegene, kühlste Region. Von hier stammen Weine mit Körper und Finesse, die geeignet für den Fassausbau und sehr lagerfähig sind. Zu den bekannten Orten in dieser Gegend zählen Haro, Logroño oder San Vicente de la Sonsierra. Etwas tiefer gelegen, im Baskenland, ist die Rioja Alavesa. Aus der Rioja Alavesa erreichen uns vielfältige, moderne Kreationen von innovativen Winzerinnen und Winzern. Die am tiefsten gelegene und daher wärmste Region ist die Rioja Oriental (früher Rioja Baja genannt). In diesem Gebiet produzierte Weine weisen höhere Alkoholwerte und mehr Extrakt auf. 


In der Rioja wird grösstenteils Rotwein hergestellt, ein kleiner Teil entfällt auf die Rosé- und die Weissweinproduktion. Die bekannteste rote Rebsorte, die in der Rioja, angebaut wird, ist Tempranillo. Aber auch Garnacha, Graciano und Mazuelo gehören zu den meistangebauten Rebsorten. Unter den weissen Sorten hat sich Viura am besten an das Klima und die Böden der Region angepasst und ist Bestandteil der meisten weissen Riojas. 

Weisswein aus der Rioja
Rotwein aus der Rioja

Die älteste Herkunftsbezeichnung Spaniens 

Die Kultivierung von Rebe und Wein begann in Rioja bereits vor rund 2000 Jahren. Davon zeugen archäologische Überreste von Weinkellern und Amphoren aus der Zeit des Römischen Reichs. Diese Weinbaukultur wurde im Mittelalter unter dem Schutz der Klöster aufrechterhalten. Im 17. Jahrhundert war die Weinindustrie gar die Hauptquelle für den Reichtum der Region. Der technische Fortschritt, welcher das 19. Jahrhundert mit sich brachte, beflügelte auch die Weinindustrie. Die steigende Bekanntheit der Weine veranlasste die Rioja-Winzer 1925 ihre Marke zu schützen und zur Gründung der ersten «Denominación de Origen». 1991 wurde Rioja als erste «Denominación de Origen Calificada» (DOCa) anerkannt. Diese Herkunftsbezeichnung legt strenge Regelungen betreffend Abgrenzung des Produktionsgebietes, der Rebsorten, die kultiviert werden dürfen, der zulässigen Ernte-Höchstmengen, der Methoden für die Weinbereitung und den Ausbau etc. fest. Diesen Status hat mit dem Priorat bisher nur eine weitere spanische Weinregion erlangt.


San Vicente in der Rioja Alta

Lernen Sie die Vielfalt der Rioja-Weine kennen:


Tasting Box Rioja
Rioja DOCa
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