Das Château Rieussec wurde im 18. Jahrhundert gegründet. In der Zeit der Französischen Revolution wurde das Weingut beschlagnahmt, bevor es wiederholt verkauft wurde. Unter der Leitung von Monsieur Mayne, dem damaligen Besitzer des Weingutes, wurde das Château Rieussec als „Premier Cru Classé“ eingestuft, weshalb das Anwesen beliebter denn je war. 1984 kauften die Domaines Barons de Rothschild das Weingut, das früher eine Gesamtfläche von 110 Hektar umfasste. Rothschild sorgte für eine umfassende Modernisierung der Anlagen und eine strengere Selektierung der Trauben, um die Qualität der Weine zu verbessern und die Produktion zu steigern. Darüber hinaus sollte der Gärvorgang ab sofort in traditionellen Eichenholzfässern stattfinden, um große Weine hervorzubringen, die sich von anderen regionalen Produktlinien unterschieden. Nachdem ein neues Weinlager errichtet wurde, konnten weitaus mehr Weine in Barriques deponiert werden. Anfang des 21. Jahrhunderts wurden weitere Renovierungsarbeiten durchgeführt, um die Finesse der Weine stetig zu verbessern. Nach dem Umbau des Weinlagers ließ das Unternehmen einen Gärkeller fertigstellen, in welchem die Trauben nach der Lese gepresst und vergoren wurden. Der Weinberg des Anwesens erstreckt sich zwischen Sauternes und Fargues. Während die Rebflächen früher 68 Hektar groß waren, messen sie heute 93 Hektar. Auf den kalkreichen Schotterflächen gedeiht hauptsächlich Sémillon, jedoch vermag das Weingut auch andere Rebsorten, darunter Sauvignon Blanc und Muscadelle, zu kultivieren.Der Geschmack der Weine ist im Wesentlichen von der Edelfäule abhängig. Durch die Edelfäule perforiert die feine Beerenhaut der Trauben, sodass das Fruchtwasser weitestgehend verdunstet. Übrig bleiben Weintrauben, deren konzentrierter Fruchtgeschmack für eine wahre Geschmacksexplosion sorgt. Die durchschnittliche Jahresproduktion liegt bei 12.000 Weinkisten – Tendenz steigend.