Vom Handelshaus zum Weinproduzenten
Maison Sichel beschränkt sich nicht auf den Vertrieb grosser Bordeaux-Namen. Früh entschied sich das Unternehmen, selbst Verantwortung im Weinberg und Keller zu übernehmen. Mit eigenen Rebflächen sowie langfristigen Partnerschaften mit ausgewählten Winzern kontrolliert das Haus weite Teile der Wertschöpfungskette – vom Weinberg bis zur Flasche. Ein Meilenstein war 1967 der Bau einer eigenen Kellerei. Damit schuf das Unternehmen die Möglichkeit, unabhängig zu vinifizieren, eigene Marken zu entwickeln und Stilistik wie Qualitätsanspruch konsequent umzusetzen.
Beteiligungen an grossen Namen
Die Geschichte des Hauses ist eng mit bedeutenden Gütern des linken Ufers verbunden. Bereits 1938 war die Familie an der Übernahme von Château Palmer beteiligt – einem der renommiertesten Weingüter in Margaux im Médoc. 1961 folgte der Erwerb von Château Angludet durch Diana und Peter A. Sichel. Das Gut wurde umfassend modernisiert und qualitativ neu positioniert – ein klares Bekenntnis zur langfristigen Investition in Terroir und Substanz.
Stil und Marktverständnis
Maison Sichel verbindet klassische Bordeaux-Tugenden – Struktur, Lagerfähigkeit, Herkunftsprofil – mit einem ausgeprägten Gespür für internationale Märkte. Neben klassischen Appellationsweinen gehören auch moderne Cuvées und eigenständige Marken zum Portfolio. Diese Balance aus Tradition und Anpassungsfähigkeit erklärt den nachhaltigen Erfolg: Das Unternehmen agiert zugleich als Bewahrer historischer Strukturen und als aktiver Gestalter eines sich wandelnden Weinmarktes.
Gegenwart und Ausrichtung
Heute ist Maison Sichel weltweit präsent. Die Stärke des Hauses liegt in seiner Doppelrolle: tief verwurzelt im Bordelaiser Terroir und zugleich global vernetzt. Gerade diese Verbindung aus regionaler Identität, unternehmerischer Kontinuität und strategischem Weitblick macht Maison Sichel zu einem der prägenden Akteure des Bordeaux-Weinhandels – damals wie heute.