Malbec, Wein, Rebsorte

Weintrauben werden seit mindestens 2000 Jahren kultiviert. Die öffentlichen Ehrungen der köstlichen Früchte hat erst vor gut einem Jahrzehnt begonnen – mit dem Aufkommen von Social Media haben Rebsorten-Feiertage gewaltig an Fahrt aufgenommen. In Argentinien fiebern die Winzerinnen und Winzer dem 17. April entgegen, denn das ist der «Malbec World Day». Wir erklären Ihnen, was es damit auf sich hat.

Malbec – im Exil zu voller Pracht aufgeblüht

Die rote Rebsorte stammt ursprünglich aus Frankreich. Es gibt rund 130 Synonyme, die auf das hohe Alter und die weltweite Verbreitung der Rebe hinweisen. Malbec bringt signifikant dunkelfarbige, fruchtig-würzige, voluminöse Rotweine mit viel weichen Tanninen und Aromen von Schwarzen Johannisbeeren, Pflaumen, Blaubeeren, Gewürzen, Bitterschokolade und Tabak hervor – Rotweine, die definitiv zu den charismatischsten der Welt zählen. Zur Feier des Malbec-Ehrentages haben wir fünf spannende Facts über diese besondere rote Rebsorte zusammengestellt.

  • Mit Malbec kann man gut anstossen

1) Der Welt-Malbec-Tag findet immer am 17. April statt, denn am gleichen Datum des Jahres 1853 startete der argentinische Präsident eine Initiative zur Umgestaltung der dortigen Weinindustrie. Damals beauftragte Sarmiento den französischen Agronomen Michel Aimé Pouget, neue Reben nach Argentinien zu bringen. Zu den Rebsorten, die Pouget mitbrachte, gehörte auch Malbec. Um an diesen wegweisenden Vorstoss zu erinnern, gibt es seit 2011 den World Malbec Day.

2) Ursprünglich leitet sich der Name «Wines of Argentina» aus dem Spanischen ab, wo dieser Rebfeiertag «Día Mundial del Malbec» heisst. Denn ins Leben gerufen hat diesen Ehrentag am 17. April 2011 die Vereinigung «Wines of Argentina», die für die weltweite Kommunikation der argentinischen Weine verantwortlich ist und ein jährliches Event nutzen wollte, um den Erfolg der nationalen Winzerinnen und Winzer zu feiern und Malbec aus Argentinien auf der ganzen Welt noch bekannter zu machen. Gerade auch in den sozialen Medien erfährt die Rebsorte auf diese Weise stetig mehr Aufmerksamkeit – #MalbecArgentino. 

  • Malbec-Schild von Catena Zapata im Rebberg

3) Originär stammt Malbec zwar aus Frankreich, doch inzwischen gibt es in Argentinien mit Abstand die weltweit grösste Anbaufläche für diese Rebsorte. In Frankreich sind gegenwärtig noch etwas mehr als 6000 Hektar mit Malbec-Reben bestockt, von denen die meisten im Anbaugebiet Cahors zu finden sind, wo Malbec nach den AOC-Vorschriften mindestens 70% der Rotwein-Cuvées ausmachen muss. Aufgrund ihrer aussergewöhnlichen Farbintensität genossen die dunkel-violetten Weine aus Cahors schon früher einen legendären Ruf als «schwarze Weine». Zu den traditionellen Rebsorten zählt Malbec auch in Bordeaux, allerdings hat die Sorte hier in den letzten Jahrzehnten bestandsmässig stark an Bedeutung verloren.

Insbesondere seit Mitte des 20. Jahrhunderts haben schwere Kälteeinbrüche die frostanfällige Sorte grossflächig dezimiert. In Argentinien hingegen ist die Rebfläche bis heute auf mehr als 45'000 Hektar angewachsen, sodass Malbec etwa 40% der roten Sorten und rund 25% der gesamten Weinbaufläche des Andenlandes ausmacht.

4) Deshalb ist die Rebsorte Malbec inzwischen unbestritten zu einem Symbol für das Weinland Argentinien geworden, weil eine unmittelbare Verbindung zwischen dem Land und der Rebsorte entstanden ist. Dank des Engagements und der Impulse der argentinischen Winzerinnen und Winzer hat Malbec sein wahres Potenzial in den vergangenen 20 Jahren noch einmal vollständig neu offenbart: Denn seine Vielseitigkeit, seine fruchtige Kraft und seine mineralische Eleganz sind vor allem in den Höhenlagen der Weinbauregion Mendoza vollendet zum Ausdruck gekommen.

  • Dunkle Malbec Weintrauben

5) Der höchstgelegene Malbec-Weinberg Argentiniens liegt auf 3329 Metern über dem Meeresspiegel – er befindet sich in der Stadt Uquía, Jujuy, im Nordwesten des Landes. In solchen Hochland-Terroirs läuft Malbec zu absoluter Hochform auf – die kargen Böden der bergigen und stellenweise fast wüstenartigen Landschaft spornen die Rebstöcke offensichtlich zu Bestleistungen an. Denn zum einen entwickeln die Trauben aufgrund der intensiven Strahlung der Höhensonne eine dickere Schale, die den Weinen ihre tiefe Farbe, aber auch besonders konzentrierte Aromen verleiht. Zum anderen sorgen die kühlen Nächte in den hochgelegenen Weinbergen für eine längere Vegetationszeit der Früchte, wodurch die Frucht eine überwältigende Power entwickeln kann und die Tannine perfekt ausreifen können. Dadurch bieten die intensiven Weine bei moderater Säure einen herrlich runden Trinkgenuss und verfügen über viel natürliche Frische.