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Ein grosser Wein aus getrockneten Trauben

Dank eines kunstvollen Herstellungsprozesses zeichnet sich der italienische Rotweinklassiker Amarone durch eine beeindruckende Konzentration sowie ein herrlich dichtes Aromenspiel aus. Mit ihrem gehaltvollen Charakter strahlen diese aussergewöhnlichen Weine viel Wärme aus und eignen sich bei kühlen Temperaturen bestens als Meditationswein am Kamin, zu einem guten Buch oder als kulinarischer Begleiter zu kräftiger Herbstküche.

Von Anselm Link am 30.09.2022

Die Traubentrocknung ist das Geheimnis des einzigartigen Amarone-Geschmacks

Familiengeführter Traditionsbetrieb

Das Weingut Allegrini ist schon seit dem 16. Jahrhundert in Familienbesitz und wird heute von Marilisa Allegrini geleitet, die es verstanden hat, "ihr Weingut zu einem Glanzlicht der italienischen Weinwelt aufzubauen" – so urteilt der renommierte Weinführer Gambero Rosso. Fest entschlossen, an bewährten Traditionen festzuhalten, aber die Typizität und die Komplexität der Weine noch stärker herauszuarbeiten, haben Marilisa Allegrini und ihr kürzlich verstorbener Bruder Franco in den vergangenen Jahren zahlreiche Verbesserungen etabliert, die sich heute in fantastischer Weinqualität niederschlagen. Beispielsweise wurden zusätzlich zu den grossen Eichenfässern auch kleine Barriques mit 225 Litern Fassungsvermögen in Gebrauch genommen um die Reifezeit zu verkürzen und damit den Eigengeschmack der Rebsorten sowie die Fruchtaromen noch stärker in den Vordergrund zu rücken. Zudem wurde die Pflanzdichte in den Weinbergen erhöht, um niedrigere Traubenerträge mit noch intensiverem Geschmack zu erhalten.

Haben das Weingut gemeinsam an die Spitze geführt: Marilisa Allegrini und ihr kürzlich verstorbener Bruder Franco

Ein neuer Stern am Amarone-Himmel

Mit viel Herzblut hat sich die Familie Allegrini an die Kreation ihres neuen Amarone Palazzo Grimani gemacht, der uns schon beim ersten Schluck restlos überzeugt hat. Die Trauben der regional typischen Rebsorten Corvina (70%) und Rondinella (30%) wachsen in den Ausläufern der Dolomiten, wo die besten Lagen im Vergleich zum übrigen Valpolicella höher liegen und die Böden nur eine geringe Humusauflage oberhalb des kalkhaltigen Gesteins besitzen. Im Anschluss an die selektive Traubenernte erfolgt ein aufwändiger Trockungsprozess der Früchte italienisch Appassimento genannt –, bei dem dank eines hohen Flüssigkeitsverlustes der überwältigende Geschmacksreichtum dieses Weines entsteht: Über mehrere Wochen trocknet das Lesegut langsam und kontrolliert in speziellen Kühlkammern, wodurch sich die Extraktstoffe und der Zuckergehalt enorm konzentrieren. Da immer auch die Gefahr von Fäulnis droht, müssen die Trauben während dieses Prozesses zusätzlich durch Ventilatoren belüftet, regelmässig aufwändig umgeschichtet und bei Bedarf aussortiert werden. Danach folgt die schonende Pressung der rosinierten Trauben und die sanfte Vinifikation des köstlichen, überaus intensiven Mostes – 15 Monate Verfeinerung in besten Barriques sorgen für den perfekten Schliff der Tannine und verleihen diesem Elixir seine kraftvolle Struktur.

 

Im Glas präsentiert sich der Amarone Palazzo Grimani 2018 in glänzendem, dichten Rubin mit sanften granatroten Reflexen. In der Nase offenbart sich eine zauberhafte Amarone-Aromatik, die bereits beim ersten Ansatz begeistert: kleine Erdbeeren, Pflaumen, Korinthen und etwas Lebkuchenwürze, abgerundet durch köstliche Bourbon-Vanille. Der Auftakt am Gaumen ist zart und elegant, anschliessend macht sich eine explosive Aromatik von viel roter Frucht, balsamischen Noten und getrockneten Feigen im ganzen Mund breit. Bis ins noch deutliches Entwicklungspotenzial aufweisende Finale zeigt sich dieser herrliche, neue Amarone von Marilisa und Franco Allegrini mit seidiger Textur und grossartigem Schmelz, feinen mineralischen Akzenten sowie perfekt eingebundenen Röstaromen. 

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